AI-Companion: KI-gestützte Persönlichkeitsentwicklung durch den PINKpro

Projektteam
Prof. Dr. David Scheffer, Prof. Dr. Jan Eichstaedt (NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft)
Projekt läuft seit
Juni 2025
Bewilligungszeitraum
3 Jahre
Fördersumme
180.000,00 Euro
Projektziel
Operationalisierung und Validierung von Persönlichkeitsentwicklung an der NORDAKADEMIE
Projektbeschreibung
Verantwortlich für dieses Projekt an der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft gAG sind Prof. Dr. Jan Eichstaedt und Prof. Dr. David Scheffer.
Large Language Models (LLMs) wie bspw. ChatGPT ermöglichen heute eine automatische und personalisierte Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung. Der PINKpro ist ein besonderes LLM, weil es einerseits wie ChatGPT auf geeignete Prompts verständlich, dialog- und entwicklungsorientiert valide Antworten auch auf sehr persönliche Fragen zu Schlüsselqualifikationen bzw. „Soft Skills“ wie bspw. Selbstregulation, Teamfähigkeit und interkulturellen Kompetenzen geben kann, andererseits aber kuratiert ist. D. h. durch den Anbieter Pinktum wird bei der Entwicklung darauf geachtet, dass die Antworten wissenschaftlich fundiert und konform mit dem EU AI Act und der DSGVO sind. Zudem fallen nicht „halluzinatorisch“ aus und die Personalisierung beruht auf einer psychometrischen und validen Diagnostik.
Vorgehensweise
Um die Validität des PINKpro mit echten Outcomes (bspw. Erfolg im Bewerbungs- und Onboardingprozess, Reflexion der eigenen Persönlichkeit) zu bestimmen, soll dieses LLM den Bewerbenden nach Bestehen des Auswahltests der NORDAKADEMIE angeboten werden. Diese können dann auf freiwilliger Basis den PINKpro nutzen, um sich effektiv auf die Bewerbungsprozesse der Partnerunternehmen vorzubereiten. Einige Partnerunternehmen wollen dafür Anforderungsprofile erstellen und kommunizieren. In einem quasi-experimentellen Design soll dann evaluiert werden, ob Bewerberinnen und Bewerber, die den PINKpro aktiv nutzen, bei der Bewerberauswahl durch die Partnerunternehmen erfolgreicher abschneiden. Wenn die Bewerbenden angenommen und dadurch zum Studierenden an der NORDAKADEMIE werden, sollen sie den PINKpro weiter nutzen können. So kann die NORDAKDEMIE das wichtige Bologna-Kriterium der Persönlichkeitsentwicklung direkt messen und sichert sich damit ein Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Hochschullandschaft.
In der aktuellen Phase fördert die NORDAKADMIE Stiftung nun die Erkundung der Voraussetzungen für die Validierung dieses großen Sprachmodells in der Praxis. Im Gegensatz zu ChatGPT, ist der PINKpro kuratiert, „halluziniert“ daher nicht und ist strikt nur auf die Förderung berufsrelevanter Kompetenzen ausgerichtet. Es ist daher extrem wahrscheinlich, dass dieses Angebot für sich Bewerbende förderlich sein wird und zumindest keinen Schaden anrichten kann. Um mit dem EU AI Act konform zu sein, wollen wir aber dennoch das Projekt sehr kontrolliert und langsam angehen und von einer Ethikkommission an der NORDAKDEMIE begleiten lassen. Zunächst sollen nur je 30 weibliche und männliche Bewerber:innen das Angebot bekommen. Zusammen mit der Werkstudentin Laya Dahm wollen wir das Nutzungsverhalten der sich Bewerbenden detailliert analysieren und genau prüfen, ob und wie förderlich der PINKpro im Auswahlprozess wahrgenommen wird. Medien, Partnerunternehmen und Arbeitgeberverbände haben bereits großes Interesse an der Möglichkeit bekundet, schon Bewerbende, potenziell auch unter 18jährige, während Bewerbungsphasen in ihrer Kompetenzentwicklung zu fördern. Dies könnte einen erheblichen volkwirtschaftlichen Mehrwert bringen und eine Win-Win-Situation für Bewerber:innen und Arbeitgeber in Zeiten des fortschreitenden und sich verschärfenden demografischen Wandels. Es sind Publikationen in Top-Journals dazu in Planung. Zwei Doktoranden werden hierzu beitragen.